Ki Young Ju, der Gründer von CryptoQuant, sowie On-Chain-Analysten wie Darkfost und der Marktbeobachter Willy Woo liefern seit 2025 die Schlagzeilen um die Frage, ob das klassische Muster der Krypto-Zyklen zu Ende geht oder sich grundlegend wandelt. Aktuell diskutieren Marktteilnehmer in Finanzmedien und auf X, warum Bitcoin trotz hoher US-Leitzinsen und knapper Liquidität neue Rekorde erreichen konnte und welche Folgen das für Bullmarkt– und Bärenmarkt-Szenarien hat.
Warum das Ende der klassischen Krypto-Zyklen jetzt auf der Agenda steht
Die Debatte begann, als Ki Young Ju im März 2025 erklärte, der aktuelle Bullmarkt sei beendet, und seine Einschätzung später teilweise revidierte mit der Anmerkung, Bitcoin könnte aus dem gewohnten zyklischen Muster ausbrechen. Parallel analysierte Darkfost in einer umfangreichen Stellungnahme, dass die gegenwärtige Marktdynamik fundamentale Unterschiede zu früheren Zyklen aufweist.
Als zentrale Gründe nennt die Branche anhaltend hohe Zinsen, attraktive Alternativen mit risikofreier Rendite von rund 5 % und eine ungewöhnliche Inversion der US-Zinskurve. Trotzdem zeigte Bitcoin umfassende Kursgewinne, was viele Analysten dazu veranlasst, das Etikett klassisch in Frage zu stellen. Dieses Paradoxon ist der Kern der Debatte: Mythos der vierjährigen Rhythmik oder Zeichen eines echten strukturellen Wandels.
Halving, Liquidität und historische Vergleichspunkte
Historisch haben Halving-Ereignisse und eine Ausweitung der globalen Geldmenge Bullenzyklen begünstigt. In den vergangenen Zyklen floss Liquidität breit in Risikoanlagen und trieb Kurse. Aktuell aber fehlt diese breitflächige Liquiditätsbewegung, dennoch steigen die Kurse; das ist ein klarer Hinweis, dass sich die Triebkräfte ändern.

Marktdynamik 2025–2026: Mythos der vierjährigen Zyklen oder neuer Referenzrahmen
Darkfost argumentiert, Bitcoin beginne sich als eigenständige Makroanlage zu etablieren, vergleichbar mit Gold oder langfristigen Staatsanleihen. Er stellt die provokante Frage, warum institutionelles Kapital in Bitcoin fließen sollte, wenn risikofreie Alternativen Renditen liefern.
Die politische Lage spielt dabei eine Rolle: Die Wiederwahl von Donald Trump wird in Analysen als potenzieller Treiber für Volatilität und als Katalysator für Fluchtkapital genannt. Solche geopolitischen Faktoren könnten dazu führen, dass Kryptowährungen in bestimmten Szenarien als Absicherung wahrgenommen werden – ein markanter Bruch mit früheren Mustern.
Auswirkungen auf Investitionsstrategien und Marktinfrastruktur
Für Anleger bedeuten diese Verschiebungen, dass traditionelle Investitionsstrategien neu bewertet werden müssen. Produkte wie Spot-ETFs oder institutionelle Allokationen könnten den Markt mechanisch verändern und weniger auf typische Bullmarkt– und Bärenmarkt-Rhythmen reagieren lassen. Dies stellt Börsen, Verwahrer und Regulatoren vor neue Fragen zur Marktstabilität.
Was ein struktureller Wandel für Bull- und Bärenmärkte konkret bedeuten würde
Willy Woo warnt davor, dass der nächste Bärenmarkt weniger von Halving-Dynamiken als von einem globalen Wirtschaftsabschwung getrieben sein könnte. Ein Rezessionsszenario würde Liquidität entziehen, Arbeitslosigkeit und BIP-Rückgänge verursachen und die Belastbarkeit des Kryptosektors auf die Probe stellen.
Die zentrale Frage lautet: Verhält sich Bitcoin wie ein risikoreicher Tech-Wert oder wie ein sicherer Hafen? Die Konsequenzen reichen von geänderten Volatilitätsmustern bis zu neuen regulatorischen Eingriffen, sollten Marktteilnehmer verstärkt systemische Risiken wahrnehmen.
Szenarien bis 2026 und handfeste Indikatoren für Marktteilnehmer
Zu beobachtende Indikatoren sind Zinspolitik, ETF-Zuflüsse, M2-Entwicklung und politische Maßnahmen. Sollte sich die Geldpolitik lockern und Liquidität fließen, könnte das den aktuellen Zyklus von bisherigen Mustern abweichen und Investoren zu geänderten Investitionsstrategien zwingen. Beobachter sollten diese Signale eng verfolgen, um Entwicklungen rechtzeitig einzuordnen.






